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Eine Verzahnung von Kindertagesstätten und Grundschule gelingt seit fünf Jahren in Sittensen ganz hervorragend! Um den Übergang positiv zu gestalten und für die Vorschüler erfahrbar zu machen, besuchen alle zukünftigen Grundschüler, im Schuljahr 2008/09 waren es 92 zukünftige Erstklässler, in der Zeit zwischen Ostern bis zum Beginn der Sommerferien, einmal in der Woche die Grundschule und nehmen am Unterricht schon mal zu Probe teil. Sie entdecken das Schulgebäude und lernen schon einmal die zukünftigen Mitschülerinnen, die Lehrerinnen, den Hausmeister und die Schulsekretärin kennen, die ihnen signalisieren, dass sie herzlich willkommen sind und alle sich auf die „Neuen“ sehr freuen. Insgesamt zehn Besuche machen alle Kinder der Kindertagesstätten aus Sittensen in Begleitung ihrer Erzieherinnen in kleinen Gruppen, jeweils in der zweiten Stunde mit anschließendem aufregendem Besuch der großen Pause in der Grundschule Sittensen. Alle drei Kindertagesstätten und die Grundschule nahmen ab 2007 zwei Jahre lang am sogenannten „Brückenjahr“ teil. Ein Projekt des Niedersächsischen Kultusministeriums. Dieses Projekt wurde in Form von zusätzlich finanzierten Erzieher- und Lehrerstunden unterstützt. Leider stanen diese finanziellen Mitten nach Beendigung des Projektes nicht mehr zur Verfügung. Doch die Samtgemeinde Sittensen unterstützt diese gute Kooperation aus eigenen Mitteln, in Form von zusätzlichen Erzieherstunden. Nur so ist die Fortführung möglich. Die Schule versucht die zusätzlich notwendigen Lehrerstunden aus eigenen Möglichkeiten bereit zu stellen. In Schuljahr 2011/12 gehören zur Planungsgruppe:
Dem Besuch in der Grundschule, gehen intensive Vorbereitungen in den Kindertagesstätten voraus, voraus. Dem wöchentlichen Besuch in der Grundschule folgt ein gemeinsames Übergangsprojekt, das in den Kindertagesstätten begonnen wird und nach der Einschulung von den Klassenlehrerinnen fortgeführt wird. Lieder und angeeignetes Wissen aus der Vorschulzeit werden in der Schule aufgegriffen, vertieft und fortgeführt. Gemeinsame Hospitation der Erzieher in der Schule und der Lehrer im Kindergarten und gemeinsame Fortbildungen sorgen für einen fließenden Übergang. Der für das Schuljahr 2011/12 gemeinsam gestaltete Kooperationskalender sieht wie folgt aus: Kooperationskalender der Kindertagesstätten „Himmelszelt“, „Unterm Regenbogen“, „Villa Kunterbunt“ und der Grundschule Sittensen 2011/12
WahrnehmungSo wie wir wahrnehmen, so ist auch unsere Wahrheit und Wirklichkeit. Das beginnt bei den Kindern und setzt sich fort bei Erwachsenen. Es gibt Wahrnehmungen auf verschiedenen Ebenen. Die Wahrnehmungsbereiche werden in die drei Basissinne: Tast-, Gleichgewichts- und Bewegungssinn gegliedert, dann noch in visuelle und auditive Wahrnehmung. Außerdem gehören noch die Serialität (Reihenbildung) und die Intermodalität (Verknüpfung zwischen verschiedenen Wahrnehmungsbereichen) dazu. 1. TastsinnWas fassen Sie lieber an: Watte, Erde, Steine oder Gras? Finden Sie Schnecken eklig? Holz ist nicht gleich Holz. Eigentlich denken wir nicht so viel darüber nach. Diese Lernerfahrungen liegen lange zurück und befinden sich meist im Unterbewusstsein. Von den drei Basissinnen ist der Tastsinn der erste und grundlegendste. Von Geburt an lernen Kinder vorwiegend über Hautkontakt. Die Haut als unser größtes Organ ermöglicht gerade in den ersten Lebensjahren enorme Erfahrungen. Die Störung des TastsinnsWir spielten früher meist draußen auf der Wiese, am Bach, bauten Spielhäuser und hatten Naturalien für die verschiedensten Dinge wie Zucker, Obst oder Seife. Heute spielen Kinder anders und haben somit nicht die ausreichende Materialerfahrung unserer Kinderzeit. Das hat Folgen. Mangelnde Lernmöglichkeiten über den Tastsinn führen zu mangelnder Eigenwahrnehmung, mangelnder Grenzerfahrung und auch mangelnde Kenntnis von Begriffen. Das Greifen kommt vor dem Begreifen. Hier wird der Grundstock gelegt für die Wahrnehmung des Anderen, für soziale Kontakte und Regelverständnis. Kinder mit gestörtem Tastsinn erkennenSie erleben täglich z. B. die so genannten "Rempelkinder". Diese Kinder sind jedoch nicht böse oder unerzogen, sondern leiden unter mangelnder Wahrnehmung. Sie müssen sich einfach nur spüren. Leider hat das für sie meist negative Folgen. Sie bekommen Schimpfe und glauben nicht gemocht zu werden. Tipps für ElternViele Tastübungen können auch die Eltern mit ihren Kindern machen, z. B. den Rücken als Tafel benutzen und Formen wie Kreis, Dreieck oder Viereck darauf schreiben und raten lassen; oder sich kleine Geschichten ausdenken und mit den Händen auf dem Rücken untermalen (z. B. Regen auf der Haut mit trommelnden Fingern). Teig kneten und "Zahlen- oder "Buchstaben-Kekse" backen; spaßiges Rangeln mit dem Vater oder auch Gartenarbeit, Sachen in der Schubkarre transportieren oder hacken und harken oder auch Löcher buddeln. Hauptsache: Es finden vielfältige Berührungen mit den unterschiedlichsten Materialien statt. Je mehr die Kinder teilhaben an den Arbeiten der Erwachsenen, desto mehr haben sie auch das Gefühl gebraucht zu werden und nützlich zu sein. Hilfe von FachleutenBei aufmerksamer Beobachtung der Kinder werden Sie feststellen, wann Ihre Hilfestellungen nicht ausreichen. Dann können Sie nur eine Psychomotoriktherapie oder Ergotherapie in die Wege leiten. 2. Der GleichgewichtssinnIst der zweite Basissinn und liegt im Innenohr. Er hält uns nicht nur im Gleichgewicht, sondern hilft auch bei der Orientierung im Raum. Er sagt uns, wo oben und unten, hinten und vorne rechts und links sind. Wenn ich mich gut orientieren kann, fühle ich mich sicher. Von einem sicheren Standpunkt aus, kann ich die Lage gut einschätzen, erkenne ich rechtzeitig Gefahren und kann auf Reize (d.h. Impulse von außen jeglicher Art) angemessen reagieren. Für die Schule bedeutet das zum Beispiel Sachen ordnen und sortieren können, Wörter in Silben und Buchstaben gliedern können, einen Überblick haben, sich selbst bewusst und sicher fühlen, gern auf Neues zugehen. Damit dieser wichtige Sinn gut ausgebildet werden kann, sollten die Kinder möglichst viele Erfahrungen sammeln können. Das Schaukeln, das Balancieren und Klettern, hüpfen und hinken vorwärts und rückwärts sind alles wichtige Tätigkeiten zur Ausbildung des Gleichgewichtsorganes. Je mehr getan wird, umso sicherer wird das Kind. Ein Zuviel gibt es nicht! Störung des Gleichgewichtssinnes Hat ein Kind irgendwann zum Beispiel Probleme mit den Ohren, so ist auch der Gleichgewichtssinn betroffen. Dauern die Hörprobleme längere Zeit an, so kann das Kind in dieser Zeit nicht die nötigen Erfahrungen zum Gleichgewicht sammeln. Es ist eingeschränkt und fühlt sich unsicher. Es wird langsam in seinen Bewegungen, traut sich wenig zu, wird schnell mutlos. Tipps für Eltern Geben Sie Ihrem Kind täglich Möglichkeiten, seinen Gleichgewichtssinn zu schulen, indem Sie mit ihm jede Gelegenheit nutzen zu hüpfen, zu hinken, zu klettern, zu balancieren und zu schaukeln. Machen Sie auch mit, das ermutigt Ihr Kind. Helfen Sie Ihrem Kind, „in die Füße zu kommen", so helfen Sie ihrem Kind für die Schule. 3. Der BewegungssinnTastsinn, Gleichgewichtssinn und Bewegungssinn = Basissinne Das bedeutet, wenn diese Sinne genügend ausgebildet sind, haben wir ein gutes Fundament für weiteres Lernen. Eine gute Basis ist belastbar, stabil und eröffnet eine Menge an Möglichkeiten. Sind die Basissinne unzureichend ausgebildet, kann es zu Problemen beim Lernen kommen. Mangelnde Bewegung macht träge, führt häufig zu vermehrtem Essen, macht dick. Dann wird Bewegung noch anstrengender und der negative Kreislauf ist geschlossen. Bewegung im Körper ermöglicht Bewegung im Kopf. Durch Bewegung wird Spannung aufgebaut. Ein schlaffer Körper kann schwer etwas Neues aufnehmen. Auch Verspannungen im Nackenbereich oder in der Stifthaltung erschweren das Lernen. Ein richtiger Muskeltonus erleichtert die Arbeit. Darum ist es wichtig, Kindern ganz, ganz viele Möglichkeiten zur Bewegung zu schaffen. Gleichgewichtssinn und Bewegungssinn hängen da ganz dicht zusammen in ihren Auswirkungen. Die Hirnwindungen im Kopf sind bei Kindern noch nicht vollständig ausgebildet. Durch viel Bewegung vermehren sich die Windungen, das heißt: Es wird Platz geschaffen für das Merken von Gelerntem, für das Kombinieren oder das Entwickeln von Strategien. Das heißt auch, dass Intelligenz nicht von vornherein festgeschrieben ist, sondern sich entwickeln kann. Also suchen wir nach Bewegungsmöglichkeiten! Es beginnt vielleicht mit dem Schulweg. Er kann kaum zu lang sein. Lassen Sie Ihr Kind in die Füße kommen, so kommt es auch innerlich bereit in der Schule an. Und auf dem Rückweg kann es schon vieles aus der Schule verarbeiten. Laufen, hüpfen, Seilspringen, balancieren, klettern oder schwimmen oder tanzen, jeder Tag sollte mehrere Tätigkeiten dieser Art beinhalten, um den Kreislauf in Schwung zu bringen, aktiv im Kopf zu werden und auch Krankheiten vorzubeugen. Machen Sie auch manchmal mit und zeigen Sie Freude, das steckt an! Ihrer Bewegungsfantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auf geht`s!!! Marianne Meyer-Haake |
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